Yoga, dass wöchentliche Leid

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Habe ich schon erwähnt, dass meine Yogalehrerin aus der Hölle kommt? Sie ist eine wunderbare, sanfte Person, mit einer Hammer Ausstrahlung und noch mehr Ahnung von der Materie und sie wurde nur geschaffen um mich zu quälen.

exercise-1801507_640Trotzdem freue ich mich jede Woche auf den Besuch in ihrem Yogastudio. Woher kommt das eigentlich?

Früher dachte ich immer. Yoga? Was ist das für ein Mist. –  Braucht doch kein Mensch! – Bestimmt nur so eine Modeerscheinung.

„Früher“ war übrigens vor ca. 5 Monaten.  Da ungefähr wurde ich nämlich mit in einen Yogakurs geschleift und da ausprobieren bekanntlich nicht schadet stand ich also eher skeptisch auf einer dieser Gummimatten und macht mich mit anderen Frauen  zum Affen.

Das meine ich wörtlich, da sind nämlich Damen die wesentlich älter sind als ich, die mir hier einiges vormachen können. Aber wisst ihr, was das Schöne an daran war? Es interessierte niemanden. Es gab hier keinen Wettkampf, da jeder für sich selbst praktiziert und jeder die Übungen in seinem Können ausführt.

Was hat sich seit dem für mich Verändert?

Nun ich gehe jetzt einmal die Woche zu dieser Foltermeisterin. Nun in der ersten Stunde schaffte ich es mit viel Mühe in der Vorbeuge meine Zehen zu berühren, mittlerweile geht das recht gut. Ich kann mich sogar schon „einhaken“ nächster Schritt, die Hände flach auf den Boden legen.

Der „Abwärts blickende Hund“! Der Feind eines jeden Yogabeginner, denn die Lehrer lieben diese Pose. In fast jedem Flow ist auch der abwärts blickende Hund mehrmals vorhanden. Die ersten drei, vier Mal, dass wir diese Übung machten war es eine Katastrophe. Meine Hände wollten nicht so wie ich, von meinen Füßen bekam ich auch nur den Ballen auf den Boden und reden wir nicht von den Schmerzen in den hinteren Sehnen der Beine!

Das mit den Händen änderte sich recht schnell. Gestern  Abend war meine Freude jedoch besonders groß, als mein Fuß bei dieser Pose komplett auf dem Boden stand.

Was also ändert sich durch regelmäßige Yogaübung?

Man wird beweglicher. Immer ein bisschen mehr. Immer ein wenig leichter. Es geht exercise-2727123_640nicht darum von heute auf morgen perfekt zu sein. Wäre es so einfach müsste man ja nicht üben. Aber die ständige Verbesserung erhält die Motivation, mehr noch. Sie steigert die Motivation. Denn während man Yoga übt und versucht dabei nicht auf die Fresse zu fliegen hat man keine Zeit an die üblichen Ablenkungen zu denken. Da ist keine Zeit für die Frage, was es heute zu Essen gibt. Was man auf Instagram oder Twitter posten könnte. Da interessiert es nicht, wie spät es gerade ist. Man konzentriert sich einfach nur auf die aktuelle Pose und genau das macht Yoga aus.

Die Möglichkeit für eine Zeit aus dem Alltag auszusteigen. Das Handy auszuschalten und in dieser hektischen Zeit, etwas für sich selbst zu tun.

Das mag kitschig und sogar etwas sektenhaft klingen, doch mir helfen diese Abläufe. Ich kann nicht erklären wie das kommt aber hin und wieder entstehen dadurch einfach neue Sichtweisen und unlösbare Probleme ergeben plötzlich einen Sinn.

Ich kann jedem raten, sich hierauf einzulassen und einfach mal ein paar Probestunden zu besuchen. Wichtig ist, dass ihr einen Lehrer findet, der zu euch passt. Es gibt hier die unterschiedlichsten. Ihr wollt viel Meditieren? Auf geht’s! ihr wollt euch lieber auf die Dehnung verlegen und weniger rumsitzen? Kein Problem! Für euch soll Yoga reiner Sport sein? Auch machbar.

Sinnvoll ist es dabei vor allem, sich vorher ein Bild von dem Unterricht zu machen und auch wirklich in einer Anfängergruppe einzusteigen. Ich habe leidvoll erfahren müssen, dass nur weil eine 20 Jahre ältere Frau etwas super kann, das nicht heißt, dass ich das auch nur annähernd hinbekomme.

Wenn ich mal sehr gute Laune habe beginne ich vielleicht eine Beitragsreihe zu den einzelnen Yogaposen und die Frage, wozu sie gut sind.

Bis dahin müsst ihr euch jedoch noch ein wenig gedulden und vielleicht einfach mal etwas Neues ausprobieren?

Die Bilder kommen mal wieder von Pixabay. 

2 replies to Yoga, dass wöchentliche Leid

  1. “dabei nicht auf die Fresse fliegen” ist auch mein erstes Ziel XD
    Ich hab es die letzten Wochen echt vernachlässigt, ich sollte echt mal wieder auf die Matte. Danke für den inspirierenden Beitrag :*

    • Das ist der inner Schweinehund, den kenne ich nur zu gut.

      Seit gut 4 Wochen versuche ich mich dazu aufzuraffen wieder in die Kletterhalle zu gehen.
      Es tut mir gut, es macht Spaß, es ist allgemein toll ABER … der innere Schweinehund.

      Mein nächstes Ziel: Wieder klettern gehen und Yoga auch außerhalb der Stunden machen. So schwer kann das doch gar nicht sein oder?

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